Reisebericht

Panamericana 2015 / 2016

31.

Bericht

Guatemala

Guatemala hört sich fremd, fern und exotisch an. Genau das ist es auch. Es ist das Land in Mittelamerika mit der besterhaltensten indigenen Kultur. Bei unserem Kurztrip werden wir drei Phasen der Kultur Guatemalas beleuchten, die Zeit der Maya, die Colonialzeit und das Heute

Unsere erste Station in Guatemala ist die alte Hauptstadt, Antigua de Guatemala. Der Grund dafür, dass die Hauptstadt verlegt wurde, ist auch im Bild zu sehen, Vulkane. Die ständigen Ausbrüche und die damit verbundenen Erdbeben waren der Anlass.

Heute ist alles ruhig, auch wenn die Ampel auf Grün steht.

Wir sind überrascht, es gibt sie wieder: Bratwürstel!

Die Bratwürstel bekommen wir noch früh genug in Hülle und Fülle, deshalb halten wir es wie die Marktfrau hier und essen frische Mango.

Juliane hat´s lieber gemischt, Melone, Papaya, Ananas und Mango.

Dann lassen wir sie ziehen ...

... und wenden uns der schönen Stadt, Antigua zu. Schon stehen wir vor dem Wahrzeichen der Stadt, el Arco de la Santa Catalina.

Wunderschön sind auch die Innenhöfe der Häuser.

Die Schönheit der Stadt ist weltbekannt, Antigua ist seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe.

Grund genug, dass wir uns die Stadt anschauen. Immer wieder ein Hingucker, der gelbe Bogen ...

... durch den man bei klarem Wetter den dahinterliegenden Vulkan Agua sehen kann.

Für den kleinen Hunger zwischen durch, ein paar Nüsse.

Die einheimischen Frauen tragen immer noch ihre farbenfrohen Trachten.

Das Besondere an Antigua ist, dass man wirklich in jede Gasse hineinschlendern kann und immer rausgeputzte Häuser findet ...

... oft findet man nur den Hauptplatz nett hergerichtet. Nicht so in Antigua, hier ist die ganze Stadt ein Schatz an kolonialer Städtebaukunst und Vieles wurde vor dem Verfall gerettet.

Dann kommt noch der Mut zur Farbe hinzu und die Lebensfreude der Einwohner ... Antigua de Guatemala.

Die Stadt wurde schon 1553 gegründet und entwickelte sich zu einer politischen und wirtschaftlichen Metropole, die mit Lima und Mexiko Stadt gleich zu setzen war.

1773 war dann erst mal Feierabend mit dem Geldsegen, ein schweres Erdbeben zerstörte die Stadt und wir können heute noch große Gebäude sehen, die danach nicht wieder aufgebaut worden sind.

Am Hauptplatz steht ein Brunnen, man sollte meinen da müsste Milch fließen, aber es ist bloß Wasser.

Wasser ist auch das Thema am nächsten Platz ...

... Juliane zeigt uns wozu diese Becken auch heute noch benutzt werden. Es ist der städtische Waschplatz und die Frauen, die keine Waschmaschine besitzen kommen hier her und waschen die Wäsche ... und haben dabei immer nette Unterhaltung, die alte Form von WhatsApp.

Die Sonne verabschiedet sich und wir uns von Antigua de Guatemala.

Ein Magnet für den einheimischen Tourismus und für viele Segler aus aller Welt ist der hurrikansichere See Lago Izabal.

Er hatte schon immer eine große Bedeutung für die Schifffahrt und damit war er auch vor Piraten nicht sicher. Das wollte man ändern und baute das riesige Fort San Filipe de Lara.

Es ist der größte See von Guatemala und es gibt nur wenige Straßen, die an den See heran führen. Für die Menschen, die hier leben ist der See Lebensmittelpunkt, Nahrungsquelle, Waschstelle, Transportgrundlage ... man lebt einfach mit dem See.

Riesige Naturschutzgebiete umgeben den See, dass kommt auch den Einheimischen zu gute, so ist der See das fischreichste Gewässer in Guatemala ... das gefällt auch den Pelikanen.

Reiche Guatemalteken haben hier ihre Residenzen erbaut.

Unsere Bootsführer gibt Gas, damit wir viel von dem fast 50km langen See kennenlernen können.

An der breitesten Stelle ist der See 20km und bis zu 20m tief.

Dann bittet uns der Bootsführer mal still zu sein und 10 Minuten zu warten, es sollen Manatis (Seekühe) zu sehen sein. Entweder haben die einheimischen Fischer sie vertrieben oder wir konnten nicht ruhig sein! Einmal dürft ihr raten?

Das sieht aus, als wäre eine Driving Range von einem Golfpaltz in der Nähe ...

... wir sind ganz gespannt ...

... beim Näherkommen sehen wir es, es sind tausende von Wasserhyazinthen.

Eine Ralle nutzt die Blätter der Wasserpflanzen als Spazierweg.

Der Lago Izabal hat einen Abfluss zum Karibischem Meer, den Rio Dulce. Da wo schon das Salzwasser von der Karibik reindrückt sind gute Bedingungen für Mangroven-Wälder.

Auch in diesem besonderen Öko-System leben die Einheimischen ...

... wir sind schnell entdeckt und die Kinder kommen mit ihren Booten an Unseres und preisen uns ihre Handwerkskunst an.

Dem Reiher sind wir zu nahe gekommen, er sucht sich einen ruhigeren Platz zum Fischen.

Alles Leben findet am Wasser statt, so findet man auch die Schule und die Kirche hier.
Der Bootsausflug hat uns wunderbar einen kleinen Einblick in das heutige Leben am und im See Izabal und dem Fluss Rio Dulce gegeben.

Wir reisen in den Norden des Landes zu den wohl beeindruckensten Bauten der Maya-Welt. Wir erkunden den Nationalpark Tikal.

Tikal bedeutet, Ort an dem die Tierstimmen wohnen. Das können wir unterschreiben, Vögel und vorallem Brüllaffen lärmen den ganzen Tag und letztere auch in der Nacht.
Allgegenwärtig der Nationalbaum von Guatemala, die Ceiba (Kapock-Baum).

Bevor wir überhaupt etwas sehen müssen wir durch dichten Regenwald und mehrere Anhöhen hinauf krackseln.

Aber dann sehen wir den großen Jaguar-Tempel ... wenn auch erst von hinten, beeindruckt er uns schon mächtig mit seinen 47 Metern.

Gerahmt sind die Haupt-Tempel von Palästen der damaligen Adligen. Unser Guide Dieter gibt sich Mühe uns bis ins Detail alles zu erläutern.

Gegenüber vom großen Jaguar-Tempel steht der nur 7m kleinere Tempel der Masken.

Sobald der Regenwald mal die Sicht freigibt, sieht man wieder einen Tempel, hier Tempel IV. Das Besondere an diesem Foto, es sind keine Besucher auf ihm, gut dass wir sehr früh in die Anlage gegangen sind.

Der Dschungel ist hier allgegenwärtig, da ist es unvorstellbar, dass zu Zeiten der Maya hier kein Baum, kein Strauch gestanden haben soll. Man hatte die ganzen Plätze peniebel freigehalten und mit Stuck begradigt um das Wasser gut aufzufangen, abzuleiten und zusammeln.

Jetzt wird sich das Bild auf Tempel IV ändern, wir stürmen hinauf ...

... und sind überwältigt.

Wir schauen über das gesamte Regenwaldgebiet und nur die Spitzen der Piramiden schauen heraus.

Unter dem Blätterdach bleibt es auch spannend, Tempel reiht sich an Tempel, an Paläste, an Gebäude.

Wir laufen über eine Art Damm, hier waren links und rechts riesige Wasserreservoirs angelegt, künstliche Seen als Trinkwasser-Speicher.

Wie die Gebäude angelegt sind hatte alles einen Sinn ...

... es war alles astronomisch ausgerichtet ...

... und jeder Tempel hatte einen Sinn.

Da wir in mitten der Anlage unser Quartier aufgeschlagen haben, können wir zu jeder Zeit in die Anlage gehen. So können wir den große Jaguar-Tempel auch in der Abendsonne genießen.

Das gefällt sogar meinem Maskotchen Egon ...

Tikal, du hast uns begeistert.
p.s. Wer Lust auf die Welt der Maya hat und hier in Tikal sein sollte, versucht unbedingt Dieter Richter als Guide zu bekommen, der haucht den alten Steinen Leben ein und ihr werdet Vieles besser verstehen. Alles nicht, es muss ja auch noch ein bisschen Mystik übrig bleiben.